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So
07
Mär
2010
Foto: Daniela Eichten»Was machste denn da?« fragt mich meine Freundin beim reinkommen. »Ich arbeite.« Sie kuckt zwischen dem Fernsehgerät und ihrem davor stehenden Freund hin und her.
»Arbeiten? Sieht wie ein Computerspiel aus.« Ich lächle leicht. »Du hast keine Vorstellung. Ich trainiere meine Fingerfertigkeit.« Meine Freundin hebt eine Augenbraue. »Aha. Wie nennt man denn dieses Trainingsprogramm?« Ich pausiere.
»Man nennt es »Rockband: The Beatles«. Meine Freundin lächelt. »Klingt wie ein Computerspiel.« Ich arbeite weiter. »Du hast halt keine Vorstellung.«
Fr
05
Mär
2010
Eine Musikempfehlung aus meiner iTunes Mediathek:
Jamie T - Earth, Wind & Fire vom Album Kings & Queens
Mi
03
Mär
2010
Foto: Eric AltIch sitze mit meinem MacBook in meinem Lieblingslokal und tippe. Es ist erstaunlich wie viel Prestige von diesem Aluminiumkasten ausgeht. Da ist man ein erfolgloser kleiner Autor, der ein sündteures Notebook vor sich stehen hat, schon schauen einen selbst computerunbedarfte Damen und Herren an, als wäre man der neue Steven King. Mich stört das nicht. Obwohl, dass was ich gerade geschrieben habe extrem gruselig ist. Allerdings, auf eine andere Weise als bei King.
Ich versuche mich von meinem literarischen Machwerk abzulenken und wechsle zum Internet. Aha. Lothar Matthäus ist wieder mit seiner Tochter… ach, nee… mit seiner Frau zusammen. Hochinteressant, da muss ich doch gleich mal wegklicken. Die hübsche Kellnerin nähert sich und ich wechsle wieder zur Textverarbeitung. „Und, kann ich Dir noch was bringen?“ Wir kennen uns. „Sicher. Noch ein Ginger Ale.“ Den ganzen Tag im Lokal sitzen, tippseln und Ginger Ale saufen. Was für ein Leben…
Während sie mein Getränk holt nähert sich Michael. „Hi!“ Ich erwidere den Gruß: „Grüß Dich, setzt Dich!“ Er setzt sich. „Was machste? Schreibste an Deinem Buch?“ Ich nicke. „Ja, außerdem habe ich meine Webseite überarbeitet.“ Er steht vom mir gegenüberliegenden Platz auf und setzt sich neben mich. „Darf ich gucken?“ Ich lache kurz auf. „Es ist Internet. Da darf jeder gucken.“ Er schaut sich die Seite an. „Nettes Design. Wo sind die Texte?“ Ich kucke ihn an. Texte? Welche Texte. Ich beschließe ihn zu fragen: „Texte? Welche Texte?“ Jetzt guckt er mich an. So, als hätte ich ihm erzählt, dass ich in meiner Freizeit Elchpullover stricke. „Es ist eine Seite über Jemanden, der Kurzgeschichten schreibt. Müssten da nicht auch Kurzgeschichten sein?“ Puh, das klingt nach Arbeit.
„Meinste?“ Er nickt. Viel Arbeit. „Da müsste ich meine gesammelten Werke mal durchforsten.“ Ich öffne ein Fenster mit vielen, vielen Ordnern und Dateien und lasse den Mauszeiger sinnlos von einem Ordner zum anderen fliegen. „So ne Webseite ohne Inhalt ist doch irgendwie inhaltslos, oder?“ Langsam fühle ich mich unter Druck gesetzt. „Da! Kuckst Du!“ Ich markiere einen Text auf meiner Webseite. „Das zählt nicht. Das ist ein Haftungsausschluss. Den haste wahrscheinlich irgendwo aus dem Internet kopiert…“ Ich versuche mich gekünzelt aufzuregen. „Du bezichtigst mich des Plagiats? Ich? Ein mieser Gedankendieb?“
Ich stehe auf und gehe mit großen Schritten in Richtung Tür. Ich wende und gehe zurück zum Tisch. Ich nehme mein Notebook. „Entschuldige mich, aber auf dieser Basis möchte ich mich mit Dir nicht über meine Kunst unterhalten.“ Ich wende, gehe zur Theke und trinke mein Ginger Ale und will mich von der hübschen Bedienung verabschieden. „Warte mal. Ich war gestern auf Deiner Webseite. Da steht was von kurzen Liedern...“ Ich winke ab. Dafür habe ich nun wirklich keine Zeit…